Als Kirstie uns vom Flughafen abholte goss es in Strömen, als haben 500 Riesen im Himmel gerade ihre Badewannen über uns gelehrt. Zwischendurch legte sich der Sichtnehmende Regen, dann fuhren wir auf den Fluss zu und sahen einen grauen Schleier darüber hängen. Bald genug fuhren wir geradewegs in den Weltuntergang hinein. Es regnet immer boch, es regnet hier schon seit 4 Wochen, und im Haus war es eben so kalt, dass ich Fleecepulli und Schal getragen habe.
Kirstie hat Florian noch zum Lunch bei uns eingeladen, der mir absolut himmlisch vorkam! So viel auswahl, frisches obst un gemüse und richtiges Brot! Nachdem wir Flo weggebracht haben, hab ich ausgepackt. Im zimmer gibt es viel stauraum, was gut ist, denn aufgrund des wetters müssen noch ein paar strumpfhosen und ein warmer Pulli dazu.
Die kids haben wir um kurz nach 3 an der primary school abgholt, wo ich gleich drei weiter aupairs getroffen habe. Viel Zeit zum Reden war allerdings nicht. Die Kinder sind auf jeden Fall unheimlich süß und haben sich riesig über die Geschenke gefreut. JamesTrikot passt wie angegossen und er ist direkt im Alemannia Aufzug eine Runde mit mir Kicken gegangen und später zum Rugby.
Vorher gab es aber noch Kanadische Waffeln mit nutino (wie nutella) drauf, die enorm lecker waren! Während die jungs beim rugby waren habe ich mit Katie Hausaufgaben gemacht. Dabei ist die kleine Hündin Lizzy an einem Sprung auf meinen Schoß gescheitert. Später bei meinem Nickerchen hat sie sich allerdings in meine Arme gekuschelt und auch eben vorm "Feuer" hat sie es sich bei mir gemütlich gemacht.
Zum Abendessen gab es leckeres Fischstirfry. Achja und Brett, den Dad hab ich noch nicht kennengelernt. Er ist von der Arbeit aus direkt zu einem Weintasting gegangen. Laut Kirstie ist sein SocialLife sehr aktiv und voll mit Terminen.
Zum Einschlafen habe ich den Jungs ein Buch vorgelesen und mich dann mit Kirstie aufs Sofa gesetzt und ein bisschen gequatscht.
Ihr merkt vielleicht, dass obwohl alles ganz gut klingt, ich nicht so ausschweifend schreibe wie sonst und auch nicht so begeistert. Im Moment geht es mir weniger gut. Ganz wohl fühle ich mich noch nicht und mir fehlt Sydney und das Hostel. Vor allem fehlt mir Florian. Ich fühle mich sehr einsam hier, hoffentlich hat er Lust morgen mal runter nach Fremantle zu fahren. Kirstie hatte das vorgeschlagen.
Jedenfalls konzentriere ich mich heute Abend darauf, die Tränen zurück zu halten. Jetzt ist so ein Moment in dem ich mir ein Tshirt von Jan wünsche, in das ich mich kuscheln kann und ich bereue zutiefst, dir keins gestohlen zu haben.
Vielleicht wird eine Portion Schlaf auch alles besser machen.
Bis morgen hoffentlich,
euer trauriger aber hoffnungsvoller Flipper!
Hey du Flipper,
AntwortenLöschenunsere Auslandserfahrungen bestätigen uns immer wieder, dass sich Schmerz und Leid am Anfang lohnen. In deinem Fall stimmt es gerade doppelt: auf Regen folgt Sonnenschein. Florian war dir auch mal fremd und ist jetzt dein Hafen. Die neue Familie ist schon eine Familie, aber du kannst ein Teil davon werden und unsere Familie noch größer machen. (Meine Gastschwester kommt nächstes Jahr nach Deutschland und dann kann ich ihr Hafen sein).
Du wirst sehen, selbst wenn das nicht deine Traumfamilie sein sollte, wirst du viel erleben und lernen. Besonders über das Leben in Australien, was euch dann für die Weiterreise wappnet.
Auch aus Erfahrung weiß ich, dass es rein gar nichts hilft zu weinen und traurig zu sein. Das verstehen die anderen nicht und du distanzierst dich damit nur von ihnen. Ich empfehle dir also meine "Ja-Politik" aus New York, durch die ich einen Haufen Freunde gefunden und wahnsinnig viel erlebt habe. Trust me on this one. Also, egal wie wenig Lust du hast, dich aus dem warmen Bettchen zu schälen, tu es, frag nach was die anderen machen und ob du mitmachen kannst und sag bloß niemals nein, egal ob bei einem neuen Spiel, Kangurureiten, seltsamen Essen (Marmite und diese Kekse, ich hab den Namen vergessen).
wir können zu Hause im Bett nur von Australien träumen. Ihr könnt es erleben. Also raus aus den Federn! (Das gilt auch für Langschläfer Florian ;)
Nach dem Schlafen wird es dir sicherlich besser gehen. Keiner hätte sich gut gefühlt nach einer solchen Tortur am Flughafen.
AntwortenLöschenEs freut mich, dass die Familie dich so nett empfangen hat und ich bin froh, dass Nadine die richtigen Worte in einer solchen Situation gefunden hat. Allerdings - wo sitzt man genau beim Kängurureiten?
Ich wünsche dir viel Sonnenschein und viele schöne Erlebnisse!!!
Häschen
Natürlich im Beutel, damit man beim Känguru-Rennen die anderen Teilnehmen boxen und ausknocken kann. Ist doch klar ;)
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