Die erste Hostelnacht bescherte mich mit keinerlei Schlaf, Florian dafür mit der doppelten Ladung. Aufgrund fehlender Decke fror ich so stark, dass ich morgens zu Florian ins Bett kletterte und gute 5 Minuten brauchte, bis er bemerkt hat, dass ich versuche, ihn zu bewegen. Nach der Hälfte dieser Zeit ist er wieder eingeschlafen und selbst als ich aus der Dusche zurückkam lag er noch immer im Bett.
Bei meinem Besuch im Nachbarzimmer wollte ich eigentlich mit Veit und Andrea quatschen, lernte dann aber Alex kennen. Auch ohne Shirt. Was ist nur los mit den Männern hier? Tommy läuft auch ständig halbnackt rum. Na gut, abgesehen von seiner eigenartigen Eigenschaft sowohl seinen Bart (und was für ein Bart) als auch seine Arme zu kämmen (die nicht behaart sind), hat er sich als freundlicher Paderborner herausgestellt. Wir haben geplaudert bis Florian uns irgendwann die Ehre erwies und mit Alex verabredet, den Tag mit ihm zu verbringen.
Das war eine gute Entscheidung: Er hat uns den Weg zum Supermarkt gezeigt, einen Express Walkway, uns etwas über unsere Umgebung erzählt und empfohlen mit der Fähre nach Manly zu fahren. Außerdem hat er sich ein Tshirt angezogen und uns mit seiner lustigen Art unterhalten. Ein wirklich sympathischer Mensch.
Die schöne Aussicht von der Fähre konnten wir wegen absoluter Überfüllung leider kaum genießen, doch unser gemütliches sehr spätes Frühstück in Manly war dafür umso schöner. Wir saßen auf dem Steg und bewunderten das Wasser.
“Was? Das ist doch nicht sauber und klar?”, empörte Alex sich. “Total dreckig!”
Nun komm schon. Man konnte den Boden sehen. Überall! Für uns Deutsche, die die matschig braune Nordsee gewohnt sind war das absolut klares Wasser! Er, der schon mehr Strände dieses Landes gesehen hat, kennt scheinbar andere Anblicke.
Als wären Erdbeeren, Hommus und Baguette nicht genug, schenkten uns zwei in der Nähe sitzende Frauen eine Portion Fish and Chips, die man ihnen versehentlich zu viel gegeben hatte.
Flo und ich waren auch kurz mit den Beinen im Wasser (wobei ich geschickter Weise trotz hochgerollter Hose selbige nass machte). Das eiskalte, beinahe schmerzende Wasser ist wahrscheinlich das einzige, was einen an den angeblichen Winter hier erinnert. (24 Grad?)
Sobald die Sonne hinter einem Hochhaus verschwand fuhren wir zurück. Roundticket Circular Bay-Manly für 15 Dollar. Hat sich gelohnt.
Auf dem Weg schipperten wir an einem Inselchen vorbei, über das Alex uns erzählt hat, dass es das erste Gefängnis dort war. Durch die Lage unterhalb des Meeresspiegels lief es dann irgendwann voll und jetzt, von Wasser befreit, ist es ein Restaurant in dem man für einmal essen 250 Dollar bezahlt.
Für Alex ging der Abend in der Oper weiter (wie er uns später berichtete, war das klassische Orchester sehr gut, jedoch schlief er ein-zwei Mal ein.) Wir haben nur im Hostel gehangen, bis der Hunger uns schon wieder einholte. Na gut, dann auf zum Woolworth. Aber am Eingang trafen wir Alex, der viel schlauer war als wir und uns erneut den Weg zum Supermarkt zeigte - einem näheren diesmal. Unser Abendessen war Brot mit Käse und sonnengetrockneten Tomaten. Das gleiche auch am nächsten Tag übrigens. War aber lecker und wir lernten schließlich auch David kennen, der eine Nacht in unserem Zimmer verbrachte. Aufopferungsvoll überließ Tommy ihm sein Bett und schlief mit seiner Freundin... ähm, in dem Bett seiner Freundin. Heute haben wir auch erfahren, dass die “Tommys Freundin” Martina heißt.
Das ist alles viel Information auf einmal, aber mit dem Laptop herum zu laufen, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, zeigt sich als weniger erschwinglich, darum mussten wir mit dem Hochladen warten, bis wir Hotspots erstellen konnten.
Wundert euch übrigens nicht, über die vielen Jungs, die wir kennen lernen. Das Hostel ist sehr Männer lastig und außerdem sind sie etwas offener als die Mädchen, sodass man schneller ins Gespräch kommt.
Und hoch damit,
Flipper und Lopaka





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