Ich entschuldige mich schon einmal vorab über die euch bevorstehende grässliche Rechtschreibung aber mit Florians iPad komme ich kaum zurecht und er hat heute mein MacBook, um endlich das benötigte RSA zu erwerben.
Heute gibt es von uns leider kaum Fotos, da wir zwar früh aufgestanden sind (um 9), aber uns den ganzen Tag nur am Strand haben rösten lassen. Zu warm war es des Windes wegen nicht, aber da ich weiß, dass der Wind die Sonne nicht mindert habe ich mich gründlich eingeschmiert und den Großteil meiner Klamotten anbehalten. Florian hat auf die ihm verhasste Sonnenmilch verzichtet und dich trotzdem ohne tshirt der Sonne entgegengestellt, um an seinem Teint zu arbeiten.
Nach dem Standardbesuch bei Woolworth (nach der großzügigen 5$ Pizza bei Domino's kamen uns Birne, Wheatbites, bananabread und eklige Aprikosenmarmelade sehr traurig vor) brachte uns die Buslinie 380 nach Bondi Beach.
Busfahren hier ist die absolute Hölle. Die Busse sind hässlich, kalt, laut und ruckeln. Welche Haltestelle man gerade anfährt, wird nicht angezeigt und steht auch nur ganz klein auf den Bushalteständern! Das bedeutet, dass man als Fremder eigentlich erst weiß wo man ist, wenn man schon steht und dann darf man aufspringen und aus dem Bus hetzen. Außerdem sind es prepay Busse, was heißt dass man sich das Ticket vorher (in unserem Fall am Bahnhof) abholen muss und bitte, bitte beschwert euch nie wieder über deutsche Buspreise! Ich sage nur $9 noch was für die Strecke.
Das war es jedenfalls schon zu unserem Tag. Bei unserer Rückkehr durften wir erst einmal ordentlich lachen, als wir Marc beim Sopranos gucken im Bett erwischten. Darauf hatten wir eine halbe Wette gehabt.
"Eif binn Aut!", beteuerte er und dass er gerade erste zurückgekommen sei und eine neue Folge angefangen habe. Da mussten wir noch mehr lachen.
Weniger gefreut habe ich mich über seinen Kommentar zu Florians Sonnenbrand-Check auf meinem Gesicht.
"Mähn, ju will bi fockt wähnn ju go t pärth." Sein Vorschlag zu meiner Rettung war einen jumpsuit zu kaufen, oder jeden Tag in Sonnenmilch zu baden. Beides weniger reizvoll.
Unseren letzten Sydney Tag werden wir mit einem Abendessen beenden, denn Florian will seinen Coupon für KFC einlösen. Für mich ist das weniger etwas, aber ich find schon was zu essen.
So sehr ich mich auf das neue Abenteuer in Perth freue, so wenig würde es mich stören hier zubleiben. Ich nenne dieses Hostel mittlerweile zu Hause, oder nach Hause und ich verstehe, was Marc uns ganz zu Anfang gesagt hat, dass Großstädte einen einsaugen und nicht mehr gehen lassen wollen, auch wenn er selbst heute seinen Rückflug nach Glasgow bucht, weil er dort in der Uni angenommen wurde.
Mir wird Sydney mit seiner Ganzheit fehlen. Es gab keinen Tag an dem mich nicht eine Welle unerwarteter Zufriedenheit und Aufregung überschwemmt hat. Auch das Hostelleben wird mir fehlen. Verschiedene Menschen, an denen man Tag für Tag vorbeiläuft. Man sagt "hey whats up?" und erzählt einander knapp vom Tag. Mit unseren Zimmergenossen Tommy, Martina und Marc haben wir uns am Besten verstanden und spannende, aufschlussreiche Konversationen gehabt. Man lernt aber auch immer jemand Neues kennen, erfährt mehr über andere Länder und die Erlebnisse der verschiedensten Menschen. Von jedem bekommt man Tips und lernt dazu. Ich habe das Gefühl, niemand hat den Verlauf seines Abenteuers bisher bereut. Hier hat jeder die Möglichkeit, das Erlebnis zu haben, das einen erfüllt und das richtig für einen ist. Für die vielen neuen Eindrücke muss man sich einfach öffnen und sie in sich aufsaugen.
Jetzt müssen wir alles, was wir aufgesogen haben ein bisschen Filtern, auswringen, sodass nur die guten, wichtigen Bestandteile erhalten bleiben. Fliegende Männer, die unfreundliche Blondine aus unserem Zimmer und die Heroinspritzen-Mülleimer können weggeschwemmt werden, weil sie von keiner Wichtigkeit sind. Sie machen Platz im Schwamm für neue Erfahrungen und weitere Sinnesfluten, die morgen beginnen.
Für Florian und mich geht es unterschiedlich weiter, aber nicht wirklich getrennt. Wir sind gespannt.
Tausend Küsse :*
Flipper
P.S.
Freut euch, dass euch die Rechtschreibung erspart geblieben ist! Es war wirklich eine Tortur, das alles zu berichtigen. Schließlich hab ich ja das MacBook besetzt in der NSW State Library, wo's Free WiFi gibt und ich mein RSA angefangen habe (Responsible Service of Alcohol). Die ersten 4 Sektionen sind bestanden, die zwei übrigen erledige ich gleich am Flughafen.
Wir haben uns nämlich entschieden, schon heute Abend auszuchecken und die Nacht am Flughafen zu verbringen. Um fünf Uhr Aufstehen und zum Airport fahren wäre garantiert schief gegangen!
Das Beste oder Nichts,
Lopaka


Hi Shirin, bei Sonnenbrand kannst du Zitronensaft auf die Haut auftragen und kühlen, wenn du noch kein After-Sun hast. Kühlen geht wahrscheinlich im Moment nicht, aber vielleicht bekommst du irgendwo eine Zitrone.
AntwortenLöschenIch wünsche euch beiden einen guten Start in Perth.
Hasi
zum glück habe ich ja keinen :)
AntwortenLöschen