Sonntag, 11. August 2013

The Singapore Experience



Der Flug nach Singapur verlief gänzlich unspannend. Davon abgesehen, dass Florian während des Starts total aufgeregt über die Beschleunigung war und die Landung absolut “smooth” verlief.
Zum Essen: Florian hat sein Abendessen sehr gut geschmeckt, so wie meines mir auch. Generell würde ich jedem, der mit Singapur fliegt ein Sondermeal empfehlen. Mein Indian Vegetarian hat mir jedes Mal unglaublich gut geschmeckt (und Florian auch, denn der hat ja die Reste verputzt.) Nur über das Frühstück auf dem ersten Flug kann ich nicht urteilen, denn mir war nicht wohl, sodass ich es gar nicht erst angerührt habe. Das normale Frühstück hat Florian allerdings nicht geschmeckt. Singapur Airlines normales Essen scheint ohnehin nicht so der Hammer zu sein, laut Florian, anders als das Indian Veggie, das hat uns beiden immer geschmeckt. Wer also Lust auf Currykartoffeln, Kichererbsen, Safranreis, Fladenbrot und Gemüsebällchen hat, sollte sich dafür entscheiden.



Nach der Landung ging es für uns erst einmal an die Flughafen Erkundung. Der Flughafen in Singapur bietet wirklich alles, was man sich wünschen kann. Es fing schon mit den Toiletten an, die eigentlich eher Badezimmer waren. Für uns Ladies gab es einen semi-abgetrennten Bereich zwischen Waschbecken und Toiletten und kleinen “Schminkbuchten”. Hohe Spiegel, helle Lampen und ein bequemer kleiner Hocker dienten dem Auffrischen. Sein Outfit konnte man außerdem in dressing rooms wechseln, die ebenfalls zu den restrooms gehörten. Das war alles einfach so normal und für jemanden, der öffentliche Toiletten hasst (wie mich), sehr beeindruckend. 
Die Männer wurden natürlich nicht vernachlässigt. Ihre Toilettenkabinen sind geräumig und bieten Ablagemöglichkeiten für Portemonnaie, Handy, etc, sowie einen Haken für die Jacke.

Eine Weile hat es schon gedauert, bis wir den Flughafen einigermaßen verstanden haben, denn es gibt dort so viel, dass man die detailliert markierten Karten kaum entziffern kann. Verstanden haben wir jedoch: Terminal 1 is where it’s at. Dort gibt es zum Beipiel den netten Pool zu dem uns ein überhilfsbereiter Asiate führte. (“Do you want to go into Cactus Garden? Eh, Pool? Pool, Pool. I know it is here... but it is not here.”) Sehr süßer alter Mann.
In Terminal 1 haben wir dann auch erstmal im von Manu empfohlenen 24h-FoodCourt gegessen. Für mich gab es dort kleine Frühlingsröllchen mit Chillisoße, die mir die Zunge weggebrannt hat und für den Florian einen Sub von Subway, ohne Nebenwirkungen. Außerdem habe ich meine geliebten Grüne Tee Beverages bei Starbucks wieder entdeckt. 

Nach ein bisschen Rumgammeln war es dann endlich Zeit für den Pool, der bei Tageslicht absolut überfüllt war. Der Eintritt hat circa 14 Dollar gekostet, brachte ein freies Handtuch und Getränk mit sich und war absolut lohnenswert. Sterne gab es leider nicht und etwas kalt war es um 10 Uhr abends im unbeheizten Pool schon, aber auf die Erfrischung und das Abwaschen des Schmandes hätte ich nicht verzichten wollen. Die kühle Flasche Wasser, die wir uns nach ein bisschen Planschen und Kreise ziehen abgeholt haben, hat sich später ebenfalls bezahlt gemacht, um ein paar Donuts runter zu spülen.

An diese kamen wir allerdings wieder zurück in Terminal 3. Das hin und her switchen ging flott durch die Skytrain, die alle paar Minuten kommt. Durch die Immigration wollten wir am liebsten in Terminal 3, weil da kurz vor Mitternacht kaum etwas los war und wir uns so schnell unseren Stempel abholen und in die Public Area des Terminals weiterziehen konnten. Unser Ziel war eigentlich die über zwei Stockwerke reichende Spiralslide, die jedoch um 22:30 geschlossen hatte. Nächstes Mal. 
Die Winzpizza von Pasta nochwas mit Oliven, Artischocken und Paprika war nicht wirklich sättigend, also haben wir uns die Donuts besorgt und gehofft, dass man sie uns nicht abzieht, wenn wir zurück in den Transitbereich gehen. Einen Securitycheck gab es aber gar nicht erst.







Bereits weit nach Mitternacht haben wir uns dann auf die Suche nach der ausgeschriebenen Snooze Area gemacht, die natürlich proppe voll war. Sowieso war Terminal 3 viel busier als am Nachmittag. Eine kleine Ecke am Fenster mit zwei Sesseln und Stromanschluss konnten wir jedoch ergattern und von dort aus ließen sich auch wunderbar die kostenfreien Fußmassagestühle beobachten, die man ebenfalls nicht unversucht lassen sollte. Alle vier Modi - Relax, Reflexatory, Sleep, Toning - tun ihre Arbeit und entspannen nicht nur Füße und Waden.

An unserem Aufenthalt in Singapur gibt es eigentlich nur zu bemängeln, dass wir durch den Jetlag kaum schlafen konnten und der Flughafen viel zu gut klimatisiert war. Trotz Decke haben wir beide gefroren. Ach ja, außerdem war Florians Frühstück ein bisschen verkappt. Das Toast Set mit Ei brachte auch einen Kaffee mit sich, doch am Ende hielten eigentlich nur die Toasts mit Butter, was sie versprochen hatten. Das Ei war halbroh und schwamm glibberig in einer kleinen Schüssel herum. Ich bewundere Florians Mut, die Matsche überhaupt probiert zu haben.

Der ausgeblieben geglaubte Securitycheck holte uns dann auf dem Weg zum Gate ein. Ups. Florian schluckte den letzten Tropfen Wasser und ich trank so viel ich konnte, bevor ich die Flasche wegwerfen musste. Mein Sub, den ich zum Frühstück geholt hatte, kam ohne Probleme durch und ich war schon abflugsbereit, als Florian hinter mir zurück blieb.
“Seezer? Sezzer?”, fragte eine indische Securityfrau den absolut verwirrten Flo, der nach meiner Übersetzung die Existenz einer Schere in seinem Rucksack vehement verneinte. Oh, moment! Die neu gekaufte Nagelschere im Pflegeset könnte den Alarm ausgelöst haben. Für ein paar Minuten wuselte die Indianlady mit der Schere in der Hand umher, bis sie Florian bat, ihm zu folgen.
“Do you wanna keep?” “Aeh, yes, yes.”, sagte Florian. Immerhin hatte er gerade erst 4 Euro für die frische Schere bezahlt!
Als sie uns mit ernster Mine durch die Boardingschlange führte, glaubten wir uns schon im sicheren Verhör. Anstatt in einen fensterlosen Raum brachte sie uns allerdings zum Business und First Class Schalter. Dort wurde Florian ein Schein ausgehändigt, mit dem er in Sydney seine Schere abholen sollte, da sie während des Fluges nicht bei ihm sein durfte. Damit war es auch schon vorbei und dank der unscheinbaren Schere umgingen wir die ewig lange Boardingschlange. Schonmal ein guter Anfang - in die Business Class kamen wir leider nicht.
Stattdessen wurde unser Wunsch, dass der dritte Platz neben uns doch bitte leer bleiben solle, erfüllt und so hatten wir einen Stuhl für unsere Beine umsonst.

Es sollte fantastisch weiter gehen. Der Flug Singapur-Sydney war der erste, bei dem ich tatsächlich die Welt unter mir sehen konnte. Anders als auf dem ersten Flug saß zudem jetzt ich am Fenster und machte ein paar Fotos. Einmal zum Beispiel von der Küste Singapurs an der 20-30 Schiffe und Bote auf den Hafen zu oder davon weg steuerten. Wir überflogen verschiedene Länder und Inseln, welche mich unglaublich faszinierten. Viel schöner als deutsches Farmland kurz vor der Landung. 




Dieser zweite Flug bescherte uns außerdem endlich mit einer Mütze Schlaf. Sie war nicht sehr voll, dennoch besser als nichts. Ab und zu wurde mal die Position gewechselt oder die Decke zurecht gezupft, doch richtig aufgewacht bin ich erst, als Florian mich wiederholte Male gegen die Schulter gestupst hat, denn es gab wieder Essen. Mehr Aufregung als das Essen brachte mir ein Blick aus dem Fenster. Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich Australien. Zugegebener Maßen es war knapp, denn den kompletten Flug durch die Mitte hatte ich verschlafen, aber dann sah ich es: Nichts. Nichts als rote Erde und die unbesiedelte Küste parallel zu uns.



Das war in der Nähe Adelaides von da aus überquerte das Flugzeug erneut Inland, was man durch die Wolken leider nicht sah. Über Sydney legte sich die Wolkendecke und die plötzliche Masse an Häusern verriet uns wie nah das Ziel war. 
Um landen zu können mussten wir über den unteren Teil Sydneys hinweg fliegen, ein Stück hinauf aufs Meer, umkehren und den Flughafen ansteuern - im steten Sinkflug. So nah mit einem monströsen Flieger dem Meer zu sein, hatte etwas äußerst Beeindruckendes. Eine Notlandung im Wasser wäre jedenfalls gar nicht mehr so weit gewesen.

Kurz vor der Landung lernten wir Veit und Andrea kennen. Zwei Deutsche, die den gesamten Flug vor uns gesessen hatten und uns letztendlich wegen des Customzettelchens ansprachen. Gemeinsam füllten wir diesen noch schnell aus und verließen beinahe als letztes das Flugzeug, allerdings nicht ohne vorher heraus zu finden, dass auch sie Backpacker waren und ebenfalls im Elephant Backpackers wohnen würden. Was für ein lustiger Zufall, den die Immigrationdame mir beinahe nicht abgekauft hätte.
Bis Florian sein Gepäck beisammen hatte (ich sage nur Schere) verging einige Zeit und dann mussten wir auch noch Ewigkeiten auf den 5 Dollar Shuttlebus zum Hostel warten.
Diese Zeit war keineswegs verschwendet, sondern gab uns die Möglichkeit einander kennenzulernen. Um Übersicht über alle neuen Kontakte halten zu können, werden wir einen Bekanntschaftspost öffnen, auf dem ihr euch informieren könnt, solltet ihr mal vergessen, wer wer ist. Das dient auch dazu, diesem Post ein wenig Einhalt zu gewähren ;)

Bis zum nächsten Mal also, mit vielen neuen Bekanntschaften und Erfahrungen.

Liebe Grüße,
Flipper und Lopaka

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