Sydney ist ein magischer Ort. Ich habe mich noch nie so wohl gefühlt in einer Großstadt. In welche Straße man auch einbiegt, überall ertönt Musik. Ein Straßenmusikant an der Ecke, ein nächster in der Mitte der Straße. Sonntag ist frei für die meisten, doch alle Shops sind geöffnet, sodass die Stadt voll ist. Und man merkt es nicht.
Beim Herumschlendern oder Eilen muss man kaum ausweichen. Man stößt nicht zusammen. Man treibt einfach durch die Masse und betrachtet nebenher die vorbeiziehenden Hochhäuser. Hier wirken sie nicht einengend. Anstatt einen kleiner zu machen, ziehen ihre Spitzen einen nach oben und geben uns das Gefühl in den Himmel zu steigen.
Unser heutiges Ziel ist der Hafen. Auch diesen erreichen wir zu Fuß und an der Promenade wird gefrühstückt.
Es ist kein Hafen wie man ihn sich vorstellt. In Darling Harbour reihen sich keine Boote aneinander, die das Wasser mit strahlendem Weiß überblenden. Auch zieht sich die Anzac Brücke hoch in der Luft mitten hindurch, so dass man den Hafen nicht komplett ansehen kann und doch fühlt man sich an einem Ort vollkommener Harmonie. Hinter uns im Cargo Cafe lauschen wir einem jungen Mann mit Gitarre, während uns die Sonne ins Gesicht strahlt. Menschen ziehen guter Dinge vorbei, erneut ohne zu drängeln, denn so dicht ist die Masse nicht. Rechts von uns schwimmen ein paar Sportboote, gegenüber kuschelt ein Kriegsschiff mit zugehörigem U-Boot und daneben thront ein altmodischer Dreimaster, als wäre er mit Jack Sparrow persönlich aus dem Wellen gestoben. Ganz nah schaukelt ein gelbes Aussie Water Taxi in den Wellen und die Harbour Ranger schlendern mit Lederhut gelassen vorbei.
Das rhythmische Kreischen der Möwen zerreißt nicht so unangenehm die Ohren, wie man es gewöhnt ist und Florians Highlight ist das Novotel auf der anderen Seite, dass zwar monströs ist, den Hafen aber nicht bedrängt. Auch die anderen riesigen Gebäude am Hafen, wie das Sealife Aquarium, Madame Tussauds, das Ibishotel, IMax und weitere Monster, die allerdings einfach hier hin gehören zu scheinen, denn sie scheinen einfach so hierhin zu gehören. Der Ort und die Atmosphäre strahlen eine Ruhe aus, die mich mit Fröhlichkeit erfüllt, sodass ich den Läufern Glück für ihren Abend wünschen möchte und dem Eistitanen am Magnumstand ein “Hey” zurufen möchte.
Während Florian noch isst, schlafe ich fast ein und zum wiederholten Male bemerke ich zwar das anhaltende Stupsen an meinem Bein, denke aber es sei irgendetwas unlogisches anderes, bis ich wieder ganz bei Bewusstsein bin.
Eigentlich wollen wir nämlich zum Chinese Garden, bemerken den möglichen Rabatt mit einer YHA-Karte und machen uns auf die Suche. Die angebliche Geschäftsstelle ist allerdings “for lease”, sodass wir wieder zurück wandern und den normalen Eintritt bezahlen. Da ich schon im Yuyuan Garten in China war, fand ich es ganz nett. Dafür war Florian viel begeisterter, denn der Sydney China Garten sei um vieles schöner als der in Berlin. Zum relaxen sicher ein netter Ort mit viel Wasser und dem “Lake of Brightness”. Wenn etwas so heißt, kann es nur fantastisch sein!
Das wahre Highlight war eine Echse (wer kann uns sagen, was es ist?), die an uns vorbei huschte und dann auf einem großen Stein für Bilder posierte.
Erstes Wildlife-Erlebnis! Wobei es im Park um die Ecke ja auch monströse Flughunde geben soll, deren Mist Bäume tötet.
So viel zu jetzt, damit ihr Mal ein Update über unser Leben habt und unsere Posts nicht immer unaktuell sind. Im Moment ist Veit wieder bei uns, der morgen ausziehen wird, während Andrea in diesem Hostel bleibt.
Alles liebe,
Flipper und Lopaka







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