Montag, 21. Oktober 2013

AlbaDenPole

Zugegebenermaßen, ich bin hier in letzter Zeit ein wenig in der Versenkung verschwunden. Freut euch also, dass es nun so einiges nachzuholen gibt - das Auto ist weg, wir waren auf einem Campingtrip, haben einen Ausritt in den Hills unternommen und ich habe endlich Gelegenheit zum Geocachen gefunden.

Auf den Tag genau zwei Wochen ist es jetzt her, dass Stan von uns gegangen - wurde.
Die Marketingstrategie war ganz besonders ausgefuchst: ein vorgetäuschter Rabatt auf der einen Seite und eine ganz spezielle Zielgruppe auf der anderen: Backpacker, die dümmsten Autokäufer überhaupt!
Keine 24 Stunden, nachdem ich die Anzeigen ausgehängt hatte, kam die erste SMS und wenig später stand der Termin. 
Montag Vormittag trafen wir uns also am Parkplatz an Kings Park. Vanessa und Lluis aus Stuttgart, zu dem Zeitpunkt seit 6 Tagen in Australien, wie ich aber erst hinterher so richtig herausgefunden habe.
Zuerst dachte ich, Lluis hätte gar nicht so wenig Ahnung, als er anfing durch den Motor und an den Rädern zu schauen. Doch als er im Bremsflüssigkeitsbehälter nach dem Servoöl suchte regte sich erste Skepis. Beim Starten drehte er den Anlasser weiter und warf mir ob der ungesunden Geräusche einen erstaunten Blick zu - nach einer kurzen Lektion "Wie starte ich ein Auto?" setzten wir den Rundgang fort.
Nach einer aufregenden Probefahrt (" 'Wie schnell darf man hier eigentlich? - '60' -'Oh ich fahr ja schon 80' ") einigten wir uns schließlich, Kaufvertrag, Bank, fertig. So schnell kann's gehen und mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen!

Auf einen fahrbaren Untersatz wollte ich aber dennoch nicht verzichten. Zwar war zu Fuß einkaufen Dank der Investition in Laufschuhe kein Problem, doch es dauert eben alles länger.
Also habe ich an erster Stelle natürlich Gumtree angeworfen und auf Fahrräder durchsucht. In meiner Nähe gab es aber erstens nur wenige Angebote und zweitens sollten für z. T. doch sehr pflegebedürftige Drahtesel noch 50$ rausspringen. Was macht man also, wenn man ein billiges Fahrrad sucht? - Genau, man geht zu Kmart. Von Stans Verkaufserlös habe ich 80$ sofort reinvestiert, fahre durch die Gegend, zum Shopping Centre und spare mir zumindest ein bisschen Public Transport :)

In besagter Woche wurden die Planungen für den Wochenendtrip nach Albany immer fleißiger vorangetrieben, sodass wir Freitag Morgen schließlich unseren Mietwagen abholen könnten.
Ein Toyota Corolla mit Zelt auf dem Dach, das ganze nebnt sich dann 'Minicamper'. Dieses Konzept hat mich restlos überzeugt, wenn ich groß bin, will ich sowas auch für mein Auto haben :P



Zum Vergleich, damit ihr euch die Distanzen besser vorstellen könnt:
Es wäre so, als würde man von Aachen nach München fahren, um dort im Umkreis von 50km etwas zu machen...! Für europäische Verhältnisse klingt das bescheuert, doch hier spult der Tacho naturgemäß ein wenig schneller.
Unser Camper war erst um neun bereit für den Pickup, und mit allem Papierkram und der Gepäckrunde war es schon später Vormittag, ehe wir aus Perth rausfuhren. Der Freitag ging auch eigentlich gänzlich für die Fahrt drauf, wir kamen bei später Dämmerung an unserem "Campingstrand" an. Ich fand den Weg dorthin auf jeden Fall erheblich reizvoller als in Dunsborough, denn dort unten gibt es wenigstens Hügel und Abwechslung in der Landschaft, bevor alles in einem schönen weißen Strand und einer tosenden Brandung ausläuft.



Einziger Wermutstropfen war wieder einmal das Wetter, welches insbesondere in der ersten Nacht so einige Kapriolen geschlagen hatte. Es war verdammt kalt in den billigen Sommerschlafsäcken, noch dazu regnete es in der Nacht heftig und der Wind hatte den Geräuschen zufolge bei dem Dachzelt eine hervorragende Angriffsfläche.


Durch den Umstand, dass man sich auf solchen Trips in die "Wildnis" wohl oder übel nach dem Lauf der Sonne richten muss, gingen wir schon um halb neun ins Bett, standen dafür aber schon kurz nach Sonnenaufgang wieder auf. Frühstückspicknick am Strand lautete unser Plan, und so waren wir natürlich begeistert, als eine Windböe ordentlich Sand ins Müsli blies! ;-)
Was wir dann Samstag gemacht haben, zeigen diese Bilder wohl besser als 1000 Worte...

Greens Pool


Elephant Rocks

Tree Top Walk

Zum Tree Top Walk muss gesagt werden: Es lohnt sich nicht für 15$! Ein 600m langer Rundweg durch den Wald, nur eben in 30-40m Höhe. Man kommt aber nie über die Baumspitzen hinaus, was vielleicht ja seinen Reiz hätte. So ist es nur nett, aber leider viel zu überteuert.
Dem "Park" muss man allerdings zugute halten, dass seine Mitarbeiter sehr hilfsbereit sind. So haben wir im Souvenir Shop gefragt, ob man uns einen Campingplatz empfehlen kann, und siehe da, man kann.
In Fernhook Falls (another 35km to go) trafen wir kurz vor der Dämmerung ein, bauten das Zelt auf und begaben uns auf die Suche nach Feuerholz, denn wir hatten uns einen Platz mit Feuerstelle gegriffen. Das Feuerholz Depot war nur leider leer, mit Ästen klappte es nicht wirklich und auch die großzügige Spende von drei großen Scheiten brachte zunächst nichts, da uns kleine Anzünder fehlten. Erst der Hardcore-Camper aus Brisbane ("Wir campen nicht oft, das letzte mal vor drei Monaten") konnte die Misere auflösen und uns endlich das warme Lagerfeuer bescheren.

Nach einer noch kälteren Nacht als zuvor fuhren wir am Morgen (diesmal mit Müsli ohne Sanddekor) ab, Richtung Conspicious Cliffs in Walpole.

Hier verläuft ein Stück des Bibbulmun-Tracks, ein Wanderweg, der sich durch den kompletten Westen/Südwesten zieht. Davon abgesehen hatte aber auch die Bucht einiges zu bieten.






Wer mitgezählt hat weiß, wir sind bei Sonntag Nachmittag angekommen, und das bedeutet: Den Rückweg antreten... Nach dem Essen ging es direkt auf die Piste und sechs Stunden zurück nach Perth.
Gut, dass wir das Auto ohnehin erst Montag wieder zurückbringen konnten, so blieb wenigstens genügend Zeit zum Ausräumen und Saubermachen.

Nun ist das ja auch schon wieder eine Woche her, und eine Kleinigkeit gibt es auch von diesem Sonntag zu berichten. Gestern hatten wir unseren Reitausflug in den Hills.
Es ist allemal eine nette Erfahrung, nicht zuletzt wegen der Landschaft, doch ein passionierter Reiter werde ich wohl nicht. Und wenn, dann lerne ich es vernünftig und quäle nicht irgendwelche "Tourenpferde"! Ich glaube, "Mick" war schon ein wenig genervt von mir und ich möchte es ihm nicht verübeln.


Auch wenn in diesem Post viel Zeit in "wenig" Text verarbeitet werden wollte, und hier oder da etwas unter den Tisch gefallen ist, so hoffe ich doch, dass es denjenigen gefällt, die bis zum Ende durchgehalten haben :-P Ich werd versuchen, wieder eher zu schreiben, sobald es etwas gibt ;)

Herzlichst,
Lopaka

4 Kommentare:

  1. Hey, Florian!

    Gut, dass das mit dem Auto geklappt hat. Ich hoffe, du bist auch mit dem Preis zufrieden. Die Fotos sind sehr schön. Echt schade aber, dass ihr bei euren Touren so oft unbeständiges Wetter habt. Noch eine Frage: Das Auto hieß "Stan" und das Pferd "Mick", wie heißen denn das Fahrrad und die Laufschuhe? Vorschlag: "Tom & Jerry" für die Laufschuhe und "Fury" für deinen Drahthengst.

    Viele liebe Grüße
    Shervin

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    1. Für den gleichen Preis wieder verkauft, minus nochmal Tanken, das war Teil des Deals ;)
      Die Namensvorschläge sind aktzeptiert :-)

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  2. Hallo Flo,

    schön gut verkauft! Hatte ich nicht gedacht!:-) Tolle bilder:-)

    Manonkel

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  3. Voll geil - "I'm a believer" auf dem Auto - das muss man wohl auch sein, bei der Konstruktion :D

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